Der Entstehung vom philophantasophischen Workshop für Kinder ging ein jahrzehntelanger Prozess voraus.
Kinder-/Jugendbücher, Märchen, Trickfilme und Charakterdesign haben mich seit jeher fasziniert, und ich nutze als Kind schon intuitiv die Imagination als Mentaltraining.
Im Frühling 2007 war ich dabei, ein erstes Kinderbuch zu schreiben (Tatze & Honigkuchen stammen daraus), und begegnete an einer Veranstaltung der Buch Basel zufällig der Verlegerin Ingrid Rösli (Bajazzo Verlag), der ich weniger von der Geschichte meines Buches erzählte, sondern wie ich beim Schreiben vorgehe. Sie meinte, dass dieses Wie kennzeichnend für gute Autoren sei, und gab mir ihre Visitenkarte. Ich stellte das Projekt dann aber vorerst zurück und beschäftigte mich mit weiteren kreativen Ausdrucksformen, um die Potentiale der Imaginations-Kraft und Sprache nicht nur intuitiv, sondern auch vom Denken her besser zu verstehen und unterstützen zu können (u.a. sind so die Fotos auf diesen Seiten entstanden - die Texte dazu, für Erwachsene: Sommergesang, Spielwürde, Willkommen, Selbst).
Ende 2009 sprach mich die Musikerin Asita Hamidi auf meine Wortmalereien an und fragte mich, ob ich schon einmal schreiberisch mit Kindern gearbeitet hätte, was ich noch verneinen musste (obschon ich um meinen guten Draht zu Kindern wusste, sah ich noch nicht den Weg vom gemeinsamen Schreiben mit Kindern).
Es sollte dann nochmals ein gutes Jahrzehnt dauern, bis ich über den Dokumentarfilm "Der Klub der kleinen Philosophen" auf das Thema Philosophieren mit Kindern stiess, worauf sich in mir unbewusst Verknüpfungen zwischen all diesen Themen anbahnten, bis ich mich bei einer Bilderbuchvernissage endlich fragte, warum eigentlich immer Erwachsene die Geschichten schreiben, das müsste doch auch mit Kindern gehen, die haben ja bereits die wichtigste Ressource dazu: Die Fantasie.
Der Klang dieses Gedankens liess mich nicht mehr los, und ich entdeckte, dass das Philosophieren für Kinder bereits passende Wege für den kollektiven Umgang mit dem Denken kennt. Das Fördern vom impliziten (gefühlten) Wissen und Fantasieren ist in der Kindheit ebenso wichtig, denn beim Schreiben von Geschichten und Finden von kreativen Lösungen greift beides zusammen. Es lohnt sich aber nicht nur für die Zukunft der Kinder, ihnen zu zeigen, wie sie ihre Ressourcen gemeinsam spielend erleben können, auch Erwachsene können dabei von den Kindern lernen - jeder Begegnungsmoment ist (wie jeder Mensch) einzigartig und einmalig. Ich habe u.a. über die Lernprozesse von Autorenteams in Trickfilmstudios recherchiert, und finde es seither noch spannender, die Erwachsenenperspektive zu verlassen und mitzuerleben, wie Kinder ihren eigenen Weg finden, mit der Kraft der Imagination ihre Potentiale zu entfalten.
Ich will mit dem Begriff Philophantasophie keine Bewegung oder Gruppierung kreieren. Es handelt sich um ein Resultat meiner Lebensgeschichte und Begabung. Aus dem Ziel Kinderbuch wurde eine Entdeckungs-Reise und innere Haltung, mit der fantastische Geschichten jenseits der Schreibmaschine entstehen.
Würdevoller Humor ist mir bei Geschichten wichtig. Meine Fantasie hat mir entsprechende Figuren für eine neue Geschichte ans Ufer der Imagination gespült, der Philophantasophie-Workshop hat im Moment jedoch Priorität für mich, da ich das Fördern der impliziten Ressourcen bei Kindern gerade durch das Aufkommen digitaler Medien für sehr wichtig halte.
Auf meinem Weg hatte ich das Glück, Bücher von Menschen entdeckt haben zu dürfen, deren Erkenntnisse mein Gespür für meinen Kurs bestärkten, inspirierten, und mir die Unterscheidung von Entwicklung zu Entfaltung in verschiedensten Aspekten aufzeigten.
Eine Auswahl aus diesen Inspirationen, die mich über Jahre die Philophantasophie formen halfen:
Gerald Hüther "Was wir sind und was wir sein könnten", Fischer 2011
Gerald Hüther, Christoph Quarch "Rettet das Spiel!", Hanser 2016
Daniel Bindernagel "Die Eigensprache der Kinder", Carl-Auer 2016
Doris Daurer “Staunen, Zweifeln, Betroffensein”, Beltz Juventa 2017
Erika Gollor "Hier fühle ich mich wohl", Carl-Auer 2015
Verena Friederike Hasel "Der tanzende Direktor", Kein & Aber 2019
Martina Fuchs "Schau!", Tyrolia 2017
Bitte unterstützt beim Kauf von Literatur wenn möglich Euren lokalen Buchhandel.